Pressemitteilung, 06.06.2014

Üben, um Leben zu retten
Die Rettungsdienstschule Gelnhausen probt zum ersten Mal für den Ernstfall

Üben, um Leben zu retten
Jeder Handgriff muss sitzen: Die Rettungsdienst-Azubis Christian Geis und Zoe Koch transportieren eine vermeintlich bewusstlose Frau zum Krankenwagen. (Fotos: Westbrock)
Gelnhausen. Eine Frau liegt reglos und blutüberströmt am Boden. Ihr rechtes Bein wirkt unnatürlich verdreht, und der Knochen ihres Unterschenkels ragt heraus. Aus über sechs Metern Höhe ist sie auf dem harten Asphaltboden aufgeschlagen. Zumindest lautet so die Beschreibung des ersten Szenarios, das die beiden Auszubildenden Christian Geis, 23, und Zoe Koch, 21, meistern sollen. Ihr Auftrag ist, den Patienten zu versorgen, bis der Notarzt da ist, und dann bei der Überführung ins Krankenhaus zu assistieren. Doch ein Notarzt wird diesmal nicht kommen. Schließlich ist es nur eine Übung. Die erste Übung dieser Art der Rettungsdienstschule, seit sie im März offiziell ihren Betrieb aufgenommen hat.

Anspruchsvolle und realitätsnahe Übungen standen gestern für die Auszubildenden der Rettungsdienstschule des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) beim ersten großen Probealarm auf dem Programm. Unter den aufmerksamen Blicken der Ausbilder meisterten die Rettungsassistenten in spe souverän eine Reihe kniffliger Situationen. Dabei wussten sie vorher nicht, was sie erwartet.

Davon, dass es nicht wirklich um Leben und Tod geht, ist jedoch fast nichts zu merken. Christian und Zoe haben die Situation zwar im Griff, versorgen die am Boden liegende Frau schnell und gekonnt. „Erst haben wir die Wirbelsäule der Patientin mit einer Halskrause stabilisiert, das Bein haben wir außerdem geschient und mit einem Beinboard mobilisiert, erklärt der 23-Jährige ihr Vorgehen am Übungs-Unfallort auf dem DRK-Gelände. Obwohl sie die Situation jederzeit im Griff zu haben scheinen, wirken sie zwischendurch auch etwas angespannt. Das liegt vielleicht auch an den Ausbildern des Roten Kreuzes, die jeden Handgriff der beiden genau beobachten und ständig Notizen machen. Da hilft auch die Aufforderung „Macht, wie Ihr meint, wir sind gar nicht da“ einer Ausbilderin wenig, als Zoe sie einmal etwas zu fragend anschaut. Kurz darauf ist die simulierte Versorgung der ersten Patientin abgeschlossen, die Ausbilder scheinen zufrieden, Christian und Zoe erleichtert zu sein.


Die Ausbilder des DRK schauen den Rettungsassistenten in spe bei der Arbeit ganz genau über die Schulter.
Besonders lange dürfen sie sich aber nicht ausruhen. Ein kurzer Funkspruch, und schon geht es weiter zum nächsten inszenierten Unglück. Einsatzort ist diesmal nicht das Schulgelände des DRK. Mit dem Rettungswagen fahren die beiden zum Gelnhäuser Bahnhof. Auf der Rückseite des Eingangsgebäudes liegt wieder eine Frau, die bewusstlos zu sein scheint. Neben ihr liegen einige Schnaps- und Sektflaschen. Die Frau, so das Szenario, hat eine Überdosis Alkohol zu sich genommen.

Zunächst liegt sie nur ruhig da, doch plötzlich simuliert die Frau, die die Patientin mimt, einen Krampfanfall und schüttelt den ganzen Körper. Geistesgegenwärtig simulieren Christian und Zoe das Legen einer Infusion – die Situation ist wieder unter Kontrolle, und somit ist auch die zweite Aufgabe gelöst.

Nachdem die Übung zu Ende ist, sind Christian und Zoe zwar ordentlich durchgeschwitzt, dafür wirken sie aber auch gelöst und erklären, was für sie die Faszination am Dasein als Rettungsassistent ausmacht. „Ich habe vorher Industriemechatroniker gelernt. Da stand ich den ganzen Tag in der Fabrik. Hier weiß ich morgens nie, was der Tag bringt“, erklärt Christian.

Für Zoe ist die Ausbildung zur Rettungsassistentin indes das ideale Sprungbrett für ihren Traumberuf. „Ich will Notärztin werden. Leider reicht mein Abischnitt dafür nicht. Aber hier kann ich Wartesemester sammeln und mich gleichzeitig gut darauf vorbereiten“, verrät die 21-Jährige.

Übrigens: Die DRK-Schule bietet die Ausbildung zum Rettungsassistenten in dieser Form nicht mehr an. Seit Beginn des Jahres gibt es stattdessen die neue Ausbildung zum Notfallsanitäter. Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung ist die Mittlere Reife.



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